Waldbauverein Ahrweiler in Slowenien

Die diesjährige Lehrfahrt des Waldbauverein Ahrweiler führte 40 Teilnehmer unter der Leitung von Geschäftsführer Bernd Schiffarth und Andreas Michel vom Forstamt Adenau nach Slowenien.

Nach der Ankunft in Ljubljana/Laibach führte eine Fahrt durch die Landschaft der Gorenjska/Oberkrain zum größten Gletschersee des Landes, dem Bohinjer See, der unter dem höchsten Gipfel Sloweniens, dem Triglav, liegt.

Auf der Fahrt nach Bled besuchte die Gruppe eine Schreinerei in Bohinska Bistrica, die noch handgespaltene Holzschindeln aus Fichte und Lärche herstellt.

Am zweiten Tag startet von Bled aus eine spektakuläre Fahrt über die Serpentinen der Kranjska Gora zum Bergpass Vrsic mit Panoramablick über die Julischen Alpen. Weiter geht es entlang des Soca-Fluss in den Nationalpark Triglav. Der Tag endet mit einer Führung durch das „Alpinum Juliana“, einen Alpengarten bei Trenta.

Nach einem Besuch der Bleder Burg mit Ausblick auf den Bleder See, führt eine Fahrt nach Skofja Loca/Bischoflack, eine mittelalterliche Stadt, die mehr als 800 Jahre zum Bistum Freising gehörte. Hoch über der Stadt thront eine Burg.

Der Rundgang durch das nahegelegene Städtchen Radovljica endet mit einem Besuch des dortigen Imkerei-Museums im Schloss Thum. Am folgenden Tag steht die Hauptstadt des Landes, Ljubljana, auf dem Programm.

Vorbei am Stadthaus und Parlament geht es zur „Dreifachbrücke“ und weiter durch die Markthallen zur „Drachenbrücke“ mit den Drachenfiguren, den Wahrzeichen der Stadt, sowie zur Kathedrale St. Nikolaus.

Umgeben von Weinbergen liegt die zweitgrößte Stadt des Landes, Maribor/Marburg an der Drau. Im Flussviertel Lent, in dem einst die Holzflößer zu Hause waren, finden wir die „Alte Rebe“, einen mehr als 400 Jahre alten Weinstock, der immer noch trägt.

In Ptuj, der ältesten Stadt Sloweniens, besucht die Gruppe ein Dominikanerkloster mit gotischem Kreuzgang, das heute u.a. als Museum und Archiv genutzt wird.

Nicht fehlen durfte die Besichtigung der Grotten von Postojna/Adelsberger Grotten. Die Tropfsteinhöhlen entstanden in den vergangenen 2 Millionen Jahren und sind bis heute auch Heimat des augenlosen „Grottenolm“, der ein Alter von mehr als 100 Jahren erreichen kann.

Das nahegelegene Gestüt in Lipica vermittelte einen Eindruck von der Zucht und den Bemühungen um den Erhalt der weltberühmten Pferderasse.

Die Region Kras im slowenischen Karstgebiet ist darüber hinaus ein bekanntes Weinbaugebiet, dessen Produkte die Mitglieder des Waldbauvereins bei einer Weinverkostung genießen konnten. Zum Abschluss der Reise ein Besuch der slowenischen Riviera.

Eine Führung zum Thema Meersalzgewinnung zeigte die Geschichte und die Arbeit in den 300 Hektar großen Salinen des Secoveljske Soline Naturparks, der inzwischen auch Heimat zahlreicher Vogelarten geworden ist.

In Piran, einer der schönsten und ältesten Küstenstädte Sloweniens, die mehr als 500 Jahre unter venezianischer Herrschaft stand, endete die Lehrfahrt des Waldbauvereins Ahrweiler, die bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck von der wechselvollen Geschichte und der landschaftlichen Schönheit Sloweniens hinterließ.

Planfeststellungsverfahren Bundesautobahn A1 – Abschnitt Kelberg bis Abschnitt Adenau

Nachdem in NRW ein Konsens für den Abschnitt Lommersdorf – Adenau gefunden wurde, kommt es nunmehr zu der Offenlage des Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt Kelberg – Adenau.

Seit dem 23. Juli liegen die Pläne in den Verbandsgemeindeverwaltungen Adenau, Kelberg, Daun, Hillesheim und Blankenheim aus.

Eventuelle Einwände müssen bis zum 24.09.2018 eingereicht werden. Der Waldbauverein Ahrweiler bittet alle Mitglieder und Privatwaldbesitzer in den Gemarkungen Nohn, Senscheid, Trierscheid, Dankerath und Hoffeld, sich darüber zu informieren, ob ihr Waldbesitz mit Ausgleichsmaßnahmen überplant wurde.

Weitere Informationen sind unter folgenden Links erhältlich:
www.a1-lueckenschluss.de/index.php
pfv.lbm-rlp.org/de/planfeststellungsverfahren/bab/a1-adenau-kelberg/


Veranstaltungshinweise des Waldbauvereins für 2018

Samstag, den 20. Oktober 2018, 14.00 Uhr (intern), ab 15.00 Uhr (öffentlich)
„Jahreshauptversammlung“ des Waldbauverein Ahrweiler e.V. in der DüNaLü-Halle in Dümpelfeld.



Rückbau von Kulturgattern

Aus gegebenem Anlass weisen wir nochmals darauf hin, dass Gatter zum Schutz von Aufforstungen entfernt werden müssen, wenn nach Jahren der Schutzzweck erreicht ist und die Forstkultur eine entsprechende Höhe erreicht hat. Bitte beachten Sie dies und entgehen Sie so einem möglichen Ordnungswidrigkeitsverfahren.


Wildschäden im Wald – muss das sein?

Seit vielen Jahren weisen „waldbauliche Gutachten“ in weiten Teilen des Kreises Ahrweiler auf stark überhöhte Wildbestände und in der Folge auf extreme Wildschäden im Wald hin. Der Waldbauverein Ahrweiler und die Forstämter Adenau und Ahrweiler stimmen darin überein, dass die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes daher zwingend mit den Interessen des Waldes und der Waldbesitzer in Einklang gebracht werden muss.

Auf der Suche nach Lösungen des Problems hatten Waldbauverein und Forstamt Adenau, unter Leitung von Geschäftsführer Bernd Schiffarth und Forstamtsleiter Winand Schmitz, zu einer gemeinsamen Exkursion ins Forstamt Prüm eingeladen, um dort das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Formen der Jagdbewirtschaftung und den dadurch neu gewonnenen waldbaulichen Möglichkeiten kennenzulernen.

Forstdirektor Peter Wind, Leiter des Prümer Forstamtes, Revierleiter Rafael Meis, sowie Ortsbürgermeister und Vertreter der Gemeinde Gondenbrett, führten die 42 Teilnehmer aus dem Kreis Ahrweiler daraufhin durch ihren Gemeindewald. Hier war es gelungen, durch Verzicht auf die klassische Jagdverpachtung und die Vergabe von jeweils einjährigen entgeltlichen Jagderlaubnisscheinen, sowie einer Erhöhung der Abschusszahlen, den Wildbestand auf wald- und umweltverträgliche 2 bis 3 Stück Rotwild je 100 Hektar zu reduzieren.

Gleichzeitig ließ sich durch Auflichtung der Buchen- und Eichenmischbestände eine prächtige Naturverjüngung erzielen, die eine Pflanzung mit vergleichsweise hohen Kosten von mindestens 10.000 Euro pro Hektar überflüssig macht und die späteren Kosten für Forstschutzmaßnahmen drastisch senkt.

Revierleiter Reimund Köhl führte im Anschluss durch den Staatswald Wascheid und zeigte an praktischen Beispielen die große Palette waldbaulicher Möglichkeiten unter der Voraussetzung reduzierter und ökosystemverträglicher Wildbestände. Die an der Lehrfahrt teilnehmenden Ortsbürgermeister, Jagdvorstände, Mitglieder des Waldbauvereins und Privatwaldbetreuer des Forstamtes zeigten sich beeindruckt von den Erfolgen einer konsequenten Wildbewirtschaftung im Forstamt Prüm und ließen die Exkursion bei einem Imbiss an einer Waldhütte, zu dem die Freunde aus der Westeifel eingeladen hatten, ausklingen.